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"my unknown enemy" 2008

 

Zwei interkulturelle Theaterworkshops im Landes-kulturzentrum Salzau.

Innerhalb des internationalen EU -Projekts »radius of art« fanden vom 31. Oktober bis 13. November 2008 in Kooperation mit dem Internationalen Theaterinstitut Deutschland (ITI) und dem Internationalen Monodrama Festival Thespis zwei Schauspielworkshops statt. Unter der Leitung des Berliner Regisseurs Alexander Stillmark bearbeiteten 17 deutsche, polnische, arabische und israelische Teilnehmer / innen im Landeskulturzentrum Salzau bei Kiel das Thema Rache.

Mit dem Ziel persönliche Verbindungen zwischen Theaterkünstlern aus Europa und Nahost zu schaffen und zu vertiefen, brachten die Workshops Schauspieler aus dem arabischen Raum mit Kollegen aus Polen und Deutschland zusammen. Die Workshops, die im Landeskulturzentrum Salzau stattfanden, waren die sechste Auflage des ITI -Projekts »my unknown enemy«, das Alexander Stillmark seit 2002 betreut und erfolgreich in Asien, Europa und Afrika realisiert hat. »my unknown enemy« bietet Schauspielern aus Staaten, die in bilaterale Konflikte verwickelt sind, die Möglichkeit einer persönlichen Begegnung auf neutralem Boden eines Drittlandes.

Insgesamt siebzehn Schauspieler nahmen an den Workshops teil: Palästinensische und ägyptische am ersten, arabisch-israelische und jüdische am zweiten. Als Textgrundlage diente William Shakespeare's »Hamlet« und die deutsche Bearbeitung »Hamletmaschine« von Heiner Müller. Die modellhaften Konfliktsituationen der dramatischen Texte fungierten als Arbeitsmaterial und -instrument zur theatralischen Konflikterforschung, die dann auch persönliche Erfahrungen, Geschichten aus dem jeweiligen Kulturkreis und aktuelle Geschehnisse einbezog.

Tägliche Aikido-Übungen, angeleitet von Aikido-Meister Paul Linden aus Columbus ( USA ), waren nicht lediglich als bloßes Körpertraining für die Schauspieler gedacht, sondern a priori als integraler Bestandteil der Workshopkonzeption, mit dessen zentralen Thema »Rache« es vielfältig verknüpft ist: Paul Linden hat in seinem »mindbody« Training »Being In Movement« ( BIM ) ein pädagogisches Konzept zur Stärkung einer körperzentrierten Selbstwahrnehmung entwickelt, das auf eine Balance zwischen Körper, Seele und Geist hin orientiert ist und als Basis effektiven und verantwortungsvollen sozialen Handelns dient. BIM und Aikido setzt Paul Linden seit vielen Jahren erfolgreich nicht nur zur Stärkung des individuellen Selbstbewusstseins und der Persönlichkeitsbildung ein, sondern auch zur Therapie posttraumatischer Stress-Syndrome (z. B. bei Unfall- und Gewaltopfern) und zur Vermeidung und Lösung personaler und sozialer Konflikte.

Ausgehend von Übungen und Improvisationen der Schauspieler, angeleitet von Alexander Stillmark und dem Dramaturgen Eberhard Elmar Zick, wurde die szenische Arbeit entwickelt und schließlich in zwei Werkstattpräsentationen in Kiel bzw. Salzau einem breiten Publikum vorgestellt.