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Fragments of Palestine 2009

 
Freedom Theatre, Jenin

Das Freedom Theater (Jenin, Westbank) tourt im Herbst 2009 mit einer Produktion der 2008 eröffneten Schauspielschule durch Deutschland und Österreich und wird im Rahmen des Projekts "Partnerschaften Kiel - Palästina" auch eine Aufführung in Kiel zeigen. Im Anschluss wird unter der Leitung von Kati Luzie Stüdemann ein dreitägiger Workshop mit jungen Schauspielern von Kiel CREARtiv stattfinden, während dem Ansätze und Methoden ausgetauscht werden.

"Fragments of Palestine" ist eine Collage aus Theater, Tanz und Musik - und eine Reise in den komplexen Alltag Palästinas: Eine Hochzeit, die sich in einen tragischen Exodus aus Enteignung, Besatzung und Unterdrückung wandelt. Das Begräbnis eines Märtyrers, der sich weigert, beerdigt zu werden. Eine Stahlbetonmauer und elektrische Zäune, die die Berge ersticken. Liebe in den Stunden der Ausgangssperre und Träume vom Meer in tiefer Nacht. Dargestellt wird die Normalität eines absurden Lebens im Flüchtlingslager, Lebensrealitäten der jungen Schauspielstudierenden aus Jenin.

Das Kieler Publikum trifft bereits zum dritten mal auf das Freedom Theatre: Bereits während der Kulturwochen Nahost 2006 und 2008 hatten Gäste aus dem Leitungsteam von ihrer Theaterarbeit und den Schwierigkeiten erzählt, an einem politisch fragilen Ort gewaltfreie Ausdrucksformen zu vermitteln, Selbstvertrauen zu stärken und Kreativität zu fördern.

Ähnliche Ziele verfolgt auch der Verein Kiel CREARtiv e.V., der mit dem Konzept "Art for Social Transformation" arbeitet. Dem Ansatz "Vom Süden lernen" folgend, bezieht sich das Leitungsteam um Kati Luzie Stüdemann auf das argentinische Vorbild "Crear vale la Pena", eine Organisation in Buenos Aires, die in qualitativ hochwertigen Kulturprojekten Kinder und Jugendliche fördert und stärkt.

Im Anschluss an die Aufführung des Freedom Theatre werden Mitglieder beider Gruppen in einem dreitägigen Workshop miteinander arbeiten. Ziel ist das gegenseitige Kennenlernen der Jugendlichen in einem gemeinsamen Lernprozess, der auch Einblicke in die jeweiligen Theaterpraktiken gewährt. In der etwa 30-minütigen Präsentation zum Abschluss des Workshops zeigen die SchauspielerInnen Ausschnitte aus ihrer gemeinsamen Arbeit. Anschließend findet ein Gespräch mit den Beteiligten statt.

Das Projekt ist eine von drei Kooperationsveranstaltungen, die unter dem Motto "Partnerschaften Kiel-Palästina" realisiert werden. Ziel ist es, jenseits von medialen Zerrbildern und Vorurteilen eine persönliche interkulturelle Begegnung zu initiieren. Das Projekt wird organisiert vom Projektbüro "radius of art" in der Heinrich-Böll-Stiftung Schleswig-Holstein in Zusammenarbeit mit der Landeshauptstadt Kiel. Unterstützt wird es von der Anna Lindh Stiftung für den Dialog zwischen den Kulturen, dem Goethe Institut, der Landeshauptstadt Kiel, dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, der Bingo! Umweltlotterie, der Heinrich-Böll-Stiftung Schleswig-Holstein, den Kieler Nachrichten, dem Flüchtlingsrat Schleswig-Holstein und dem Hotel Berliner Hof.